Mit dem Start des diesjährigen Stadtradelns haben sich die Grünen Schwäbisch Gmünd bewusst gegen die Teilnahme mit einer eigenen Gruppe entschieden. Darauf weist der Kreisverband in einer aktuellen Stellungnahme hin.
Das Stadtradeln sei grundsätzlich eine wichtige und sinnvolle Aktion, um Aufmerksamkeit für den Radverkehr, die Radinfrastruktur sowie deren Entwicklung in den vergangenen Jahren zu schaffen und zugleich auf bestehende Herausforderungen hinzuweisen.
Aus Sicht der Grünen in Schwäbisch Gmünd fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus. „In den vergangenen Jahren hat es aus unserer Sicht zu wenig Fortschritte beim Rad- und auch beim Fußverkehr gegeben. Beide Bereiche wurden nicht ausreichend mitgedacht und berücksichtigt – hier hätte deutlich mehr erreicht werden können“, erklärt die Kreisvorsitzende Jana Hummel.
Besonders bedauern die Grünen, dass mit dem Umbau der Klarenbergstraße nicht die erste Fahrradstraße in Schwäbisch Gmünd realisiert werden konnte. Dies wäre ein bedeutender Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden gewesen. Zwar respektiere man den Bürgerentscheid als demokratische Entscheidung, betont der Kreisverband, dennoch entbinde dies die Stadt nicht von ihrer Verantwortung, die Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr weiterzuentwickeln.
„Gerade in Zeiten besserer finanzieller Rahmenbedingungen hätte bereits mehr umgesetzt werden können. Heute sind Investitionen trotz hoher Förderquoten schwieriger zu realisieren – umso stärker wirken sich die Versäumnisse der letzten Jahre und Jahrzehnte aus“, ergänzt Kreisvorsitzender Dario Thiem.
Kritisch sehen die Grünen zudem die Schließung der Fehrle-Unterführung durch die Deutsche Bahn. Diese Maßnahme stelle einen weiteren Rückschritt dar und erhöhe die Barrieren für Radfahrende und Fußgängerinnen in der Stadt.
„Unser Ziel muss eine barriereärmere Stadt sein – für Radfahrende, Fußgängerinnen, Familien, Kinder und alle Menschen, die bereits heute mit Hindernissen im Alltag konfrontiert sind“, so Thiem weiter. Vor diesem Hintergrund verstehen die Grünen ihren wiederholten Verzicht auf die Teilnahme am Stadtradeln mit einer eigene Gruppe in diesem Jahr als bewusstes Signal für notwendige Verbesserungen in der Verkehrsplanung.
Gleichzeitig betont der Kreisverband seine Gesprächsbereitschaft: Man sehe sich weiterhin in der Verantwortung und sei offen für den konstruktiven Austausch mit der Stadtverwaltung, demokratischen Parteien sowie Vereinen und Verbänden, um gemeinsam tragfähige und finanzierbare Lösungen für eine bessere Mobilität zu entwickeln.
Die Fraktionsvorsitzenden im Gmünder Gemeinderat, Sabine Braun und Gabriel Baum, heben abschließend positiv hervor, dass die Forderung nach mehr Fahrradstellplätzen von der Stadt ernst genommen und erfolgreich umgesetzt wurde und radeln auch dieses Jahr wieder bei anderen Gruppen mit.